Dr. Jakob Helmut Deibl

Ehemaliger Mitarbeiter des Forschungszentrums: 

Jakob Helmut Deibl war bis 2018 wissenschaftlicher Manager des Forschungszentrums RaT und Universitäts-Assistent post-doc am Institut für Systematische Theologie im Fachbereich Theologische Grundlagenforschung an der KTF der Universität Wien. Seit 2018 ist er Professore Invitato am Pontifico Ateneo Sant'Anselmo in Rom.

Kurzlebenslauf:

Die Studien der Katholischen Fachtheologie und der Selbstständigen Religionspädagogik habe ich in Salzburg und Wien absolviert. In den Jahren 2008 bis 2011 war ich als Praedoc-Assistent am Institut für Fundamentaltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien beschäftigt. In dieser Zeit konnte ich über Gianni Vattimo promovieren. Die Dissertation ist mit einem Vorwort Vattimos als fünfter Band der Reihe "Religion and Transformation in Contemporary European Society" erschienen. 2012 war ich für ein Semester als Gastdozent am Pontifico Istituto Sant'Anselmo in Rom tätig. Von 2013 bis 2018 arbeitete ich als Postdoc-Assistent am Institut für Systematische Theologie im Fachbereich Theologische Grundlagenforschung an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien (vormals "Institut für Fundamentaltheologie"). Seit 2018 bin ich wissenschaftlicher Mitarbeiter am Pontifico Ateneo Sant'Anselmo in Rom.   

Forschungsprojekte:

Jakob Helmut Deibl hat in seiner Dissertation Gianni Vattimos Vorschlag einer Transformation der biblischen Motive der Inkarnation und kenosis (Menschwerdung und Entäußerung des göttlichen Logos) für eine Re-Interpretation Europas vom Motiv der Schwächung starker Strukturen und noetischer Absolutheitsansprüche untersucht.
Gegenwärtig arbeitet er an einem Projekt über Friedrich Hölderlin und seine Rezeption, das zwei Tendenzen im Werk des Dichters nachzeichnen möchte: einerseits ein Zerbrechen sämtlicher leitender Vorstellungen, welche über lange Zeiträume das Gedächtnis wie die projektive Imaginationskraft Europas bedeutet hatten, und andererseits den Versuch, einer angesichts dieses Verlustes drohenden Sprachlosigkeit zu widerstehen. Es stellt sich die Frage, ob die enorme Rezeption Hölderlins, die 1914 nach einem Jahrhundert beinahe völligen Vergessens des Dichters quer durch Europa einsetzte, genau mit jener Spannung von Verlust und Eröffnung neuer sprachlicher Horizonte im Werk Hölderlins in Zusammenhang gebracht werden kann, insofern als sie eine Signatur der Zeit zu versprachlichen hilft.


Homepage am Institut für Systematische Theologie und Ethik, Fachbereich Theologische Grundlagenforschung (KTF)