Zur Logik der Sprache: Hölderlin und Hegel. Vortrag und Workshop am 28. und 29. Juni 2017

 

Johann Kreuzer, Oldenburg

 

Der Vortrag wird Hölderlin und Hegel in einen kontrastiven Bezug setzen anhand der zentralen Bedeutung, die für beide ‚Sprache‘ hat. Die ‚Logik des Begriffs‘ – das methodische Zentrum der Hegelschen Philosophie – wie der Anspruch dichterischer Sprache haben einen gemeinsamen Ausgangspunkt (einen gemeinsamen ‚Grund‘): er findet sich in der Semantik wie der Struktur dessen, was Erinnern meint. Hölderlin hat hier an einer ursprünglichen Einsicht, die Hegel zuerst mit ihm teilte, festgehalten – Hegel hingegen eine Bewegung vollzogen, die ihn Sprache immer mehr zu einem Element der ‚Äußerlichkeit‘ hat herabstufen lassen. Erfüllt sich für ihn so die ‚Logik der Sprache‘ in der Logik eines sich selbst ‚durchsichtig‘ werdenden Denkens, so für Hölderlin in den Akten der Sprachfindung, deren Wirklichkeit sich als Dichtung bezeugt. Diskutiert werden soll, inwiefern die dergestalt bei Hölderlin erreichte Sprachwirklichkeit „philosophisch der Philosophie voraus“ ist (wie Adorno einmal notiert hat). Soll das nachvollzogen werden, so muß man das ‚und‘ in ‚Hölderlin und Hegel‘ in einem verbindenden Sinn begreifen. Angesichts des zu Beginn des 21. Jahrhunderts mächtiger denn je um sich greifenden Sprachverlustes ist der Rekurs darauf, was bei Hegel und Hölderlin ‚Logik der Sprache‘ meint, von unverminderter Aktualität. Vortrag wie Workshop sollen zur Klärung dieser Aktualität beitragen.

Gastvortrag: 28.06.2017, 18:30-20:00, Seminarraum 5, Schenkenstraße 8-10

Workshop: 29. 06. 2017, 10:00-12:00, Büro der Forschungsplattform RaT, Schenkenstraße 8-10, 2 OG., Zimmer 053.

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